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Bogotá: Höhenluft und Kulturvielfalt

# Bogotá: Höhenluft und Kulturvielfalt

Bogotá, die Hauptstadt Kolumbiens, ist wie eine schillernde Mischung aus pulsierendem Stadtleben, atemberaubender Höhenluft und einer Kultur, die dich sofort in ihren Bann zieht. Als Backpacker mit schmalem Budget und einer Vorliebe für spontane Abenteuer habe ich hier Tage verbracht, die mich zwischen Straßenkunst, Kaffeebergen und nächtlichen Salsa-Rhythmen hin- und hergeworfen haben. Und ja, die Höhenkrankheit hat mich auch erwischt – aber das ist eine andere Geschichte.

Ankunft in der Höhenmetropole

Mein erster Gedanke, als ich aus dem Flughafen trat: “Wow, hier oben ist die Luft echt dünn!” Bogotá liegt auf 2.640 Metern, und mein Körper brauchte etwa zwei Stunden, um mir klarzumachen, dass Sprinten keine gute Idee war. Aber hey, wer braucht schon Sauerstoff, wenn es stattdessen erstmal einen billigen, aber verdammt starken kolumbianischen Kaffee gibt? In einer kleinen Bäckerei in La Candelaria traf ich auf andere Backpacker, die mir den ultimativen Tipp gaben: Langsam gehen, viel Wasser trinken und sich nicht von der Kälte überraschen lassen – Bogotá kann unberechenbar sein.

La Candelaria: Street Art und Geschichte

La Candelaria ist das historische Herz Bogotás – und gleichzeitig ein riesiges Freiluftmuseum für Street Art. Jede Wand erzählt eine Geschichte, sei es über Politik, soziale Ungerechtigkeit oder einfach nur bunte Fantasiewelten. Ich schlenderte stundenlang durch die engen Gassen, verlor mich zwischen kolonialen Gebäuden und entdeckte dabei ein kleines Café, in dem ein freundlicher Barista mir zeigte, wie man den perfekten “tinto” (kolumbianischen schwarzen Kaffee) zubereitet. Kostenpunkt: umgerechnet etwa 50 Cent. Backpacker-Himmel!

Monserrate: Der Blick, der alles entschädigt

Okay, ich gebe zu: Ich habe die Seilbahn genommen. Die Alternative wäre gewesen, die steilen 1.500 Stufen hinaufzulaufen – und nach meiner Ankunftshöhenkrise war ich nicht bereit für dieses Abenteuer. Oben angekommen wurde ich jedoch mit einem Blick über ganz Bogotá belohnt, der einfach nur atemberaubend war (im wörtlichen und übertragenen Sinn). Ich traf eine Gruppe deutscher Backpacker, die mir erzählten, dass sie den Aufstieg tatsächlich zu Fuß gemeistert hatten – Respekt! Wir teilten ein Bier (ja, in der Höhe wirkt Alkohol stärker, merke ich an dieser Stelle) und genossen den Sonnenuntergang.

Die Nacht gehört dem Salsa

Bogotá schläft nicht – zumindest nicht, wenn es um Musik und Tanz geht. In Chapinero fand ich mich in einer kleinen Salsa-Bar wieder, in der Einheimische und Reisende gleichermaßen die Tanzfläche rockten. Mein Tanzstil? Nennen wir es “enthusiastisch, aber technisch fragwürdig”. Eine ältere Kolumbianerin nahm sich meiner an und brachte mir ein paar Grundschritte bei – unter dem Gelächter der Umstehenden. Der Eintritt war frei, die Drinks erschwinglich, und die Stimmung unschlagbar. Wer hier nicht tanzt, hat etwas falsch gemacht.

Kulinarische Abenteuer: Von Ajiaco bis Arepas

Essen in Bogotá ist ein Fest für den Geldbeutel und den Gaumen. In einer kleinen Garküche probierte ich mein erstes “Ajiaco”, eine herzhafte Kartoffelsuppe mit Huhn und Mais – perfekt für die kühlen Abende. Und dann natürlich Arepas! Die Maisfladen gibt es an jeder Ecke, gefüllt mit Käse, Ei oder einfach pur. Mein persönlicher Favorit? Die “arepa de choclo”, süß und butterweich. Für unter 2 Euro war ich satt und glücklich. Ein Tipp: Frag die Locals nach ihren Lieblingsständen – die besten Orte findet man nie im Reiseführer.

Bogotá hat mich überrascht, herausgefordert und komplett verzaubert. Zwischen der dünnen Höhenluft, den farbenfrohen Straßen und den offenen Menschen fühlte ich mich sofort willkommen. Klar, nicht alles läuft perfekt – aber genau das macht den Charme aus. Wer mit Neugierde, etwas Spanisch und einer Portion Flexibilität anreist, wird belohnt mit einer Stadt, die vibriert, tanzt und niemals langweilig wird. ¡Hasta pronto, Bogotá!

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